Warum es wichtig ist
Weiterverpfändung verwandelt Verwahrung in Kreditrisiko. Ein Kunde glaubt, Bitcoin zu besitzen; der Verwahrer hat dieselben Bitcoin anderweitig verpfändet. Wenn der Kontrahent des Verwahrers scheitert oder der Verwahrer Nachschussforderungen erhält, werden Kunden-Bitcoin in Verpflichtungen verwickelt, denen der Kunde nie zugestimmt hat.
Diese Praxis trug zu katastrophalen Ausfällen in der Kryptoindustrie bei. Plattformen, die Kundenvermögen weiterverpfändeten, konnten Auszahlungen nicht bedienen, als sich die Marktbedingungen verschlechterten.
Wie es funktioniert
Der Mechanismus: Ein Kunde zahlt Bitcoin bei einem Verwahrer ein. Anstatt sie in segregierter Aufbewahrung zu halten, hinterlegt der Verwahrer diese Bitcoin als Sicherheit für ein Darlehen, verleiht sie an einen Handelsdesk oder verwendet sie zur Erfüllung von Margin-Anforderungen. Der Verwahrer schuldet dem Kunden Bitcoin, während er sie gleichzeitig anderweitig schuldet.
Das Risiko: Unter normalen Bedingungen kann der Verwahrer Auszahlungen bedienen, indem er Positionen auflöst oder andere Kundeneinlagen verwendet. Unter Stress wird dies unmöglich. Jeder will seine Bitcoin gleichzeitig, aber der Verwahrer hat sie mehrfach verpfändet.
Offenlegung: Weiterverpfändung kann im Kleingedruckten von Verwahrungsvereinbarungen erlaubt sein. Kunden realisieren oft nicht, dass ihre Bitcoin auf diese Weise verwendet werden, bis Auszahlungen eingestellt werden.
Beispiel
Eine Verwahrungsplattform nimmt 500 BTC von Kunden an. Sie hinterlegt 400 BTC als Sicherheit, um Dollar für Eigenhandel zu leihen. Wenn der Bitcoin-Preis stark fällt, steht die Plattform gleichzeitig vor Nachschussforderungen und Kundenrückzahlungen. Sie kann beides nicht erfüllen. Auszahlungen werden ausgesetzt, und Kunden entdecken, dass sie ungesicherte Gläubiger in einem Handelsgeschäft waren.
Verwandte Begriffe
- Fraktionale Reserven
- Vollreserve-Verwahrung
- Kontrahentenrisiko
- Segregierte Verwahrung
- Reservenachweis